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Arbeitsräume nach Tätigkeiten und Anwesenheit gestalten

kais
aktualisiert: 15. September 2026 12:28
Büroräume planen: Ausstattung, Ergonomie und Nutzung
Büroräume planen: Ausstattung, Ergonomie und Nutzung

Büroarbeit verteilt sich heute auf unterschiedliche Orte und Situationen. Beschäftigte arbeiten zeitweise im Homeoffice, nehmen an Videokonferenzen teil, bearbeiten konzentrierte Aufgaben oder stimmen sich kurzfristig im Team ab. Ein Büro, das ausschließlich aus gleichartigen Schreibtischplätzen besteht, bildet diese Unterschiede nur begrenzt ab. Deshalb beginnt die Gestaltung nicht mit der Auswahl von Möbeln, sondern mit der Frage, welche Tätigkeiten unter welchen räumlichen Bedingungen stattfinden. Welche Arbeitszonen, technischen Anschlüsse und Möbel benötigt werden, richtet sich daher nach den vorgesehenen Tätigkeiten und der tatsächlichen Nutzung der Räume.

Kurzfassung

  • Verschiedene Tätigkeiten im Büro benötigen jeweils passende Bereiche für Einzelarbeit, Gespräche oder gemeinsame Besprechungen.
  • Bei hybrider Arbeit richtet sich die Zahl der Arbeitsplätze danach, wie viele Beschäftigte zur selben Zeit vor Ort sind.
  • Gemeinsam genutzte Schreibtische erfordern Möbel und technische Anschlüsse, die für wechselnde Personen eingerichtet werden können.
  • Sitzhöhe, Sitztiefe, Rückenlehne und Armlehnen eines Bürostuhls sollten auf unterschiedliche Körpermaße einstellbar sein.
  • Lichtverhältnisse, Geräuschentwicklung und technische Ausstattung müssen bereits bei der räumlichen Aufteilung berücksichtigt werden.

Vom Bürokonzept zur konkreten Ausstattung

Das Bürokonzept legt fest, welche Arbeitsformen innerhalb eines Unternehmens räumlich berücksichtigt werden sollen. Dazu gehören beispielsweise konzentrierte Einzelarbeit, Besprechungen, Projektarbeit, Telefonate und informelle Abstimmungen. Bei hybriden Arbeitsformen muss zudem berücksichtigt werden, an welchen Tagen und in welchem Umfang Beschäftigte das Büro tatsächlich nutzen.

Die Büroplanung setzt diese Vorgaben anschließend in einen Grundriss um. Arbeitsplatzabstände, Verkehrswege, Positionen von Türen und Fenstern, Besprechungsräume, Rückzugsbereiche und technische Anschlüsse werden räumlich zugeordnet. Erst danach folgt die Büroausstattung mit konkreten Möbeln und technischen Komponenten. Diese Reihenfolge verhindert, dass einzelne Einrichtungselemente ausgewählt werden, bevor feststeht, wo und für welche Tätigkeit sie eingesetzt werden.

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Unterschiedliche Raumtypen statt einheitlicher Flächen

Konzentrierte Bildschirmarbeit stellt andere Anforderungen an einen Raum als ein Gespräch zwischen mehreren Personen. Offene Bereiche erleichtern kurze Abstimmungen, verbreiten Sprache jedoch über größere Flächen. Für längere Konzentrationsphasen sind deshalb Bereiche sinnvoll, in denen Gespräche und Telefonate nicht unmittelbar am Arbeitsplatz stattfinden.

Besprechungsräume benötigen wiederum genügend Fläche für die vorgesehene Personenzahl sowie passende Positionen für Bildschirm, Kamera und Mikrofon. Kleine Rückzugsräume können für vertrauliche Gespräche oder Videotermine vorgesehen werden. 

Bei einem New Work Bürokonzept werden Flächen beispielsweise für konzentrierte Einzelarbeit, Besprechungen oder kurzfristige Abstimmungen vorgesehen. Hybride Arbeitsformen verändern zusätzlich die Zahl und Nutzung der benötigten Arbeitsplätze. 

Desksharing anhand der Belegung planen

Desksharing bedeutet, dass Arbeitsplätze nicht einzelnen Beschäftigten fest zugeordnet sind. Bei wechselnder Anwesenheit verändert Desksharing die Berechnung des benötigten Flächen- und Arbeitsplatzbedarfs. Die Zahl der benötigten Arbeitsplätze darf jedoch nicht allein aus der Gesamtzahl der Beschäftigten oder einer allgemeinen Homeoffice-Quote abgeleitet werden.

Für die Planung sind typische Anwesenheitstage, Überschneidungen zwischen Teams und Zeiten mit hoher Auslastung relevant. Arbeiten bestimmte Gruppen beispielsweise regelmäßig an denselben Tagen im Büro, kann trotz hybrider Arbeit ein hoher gleichzeitiger Platzbedarf bestehen. Gemeinsam genutzte Arbeitsplätze benötigen zudem vergleichbare technische Anschlüsse und ausreichend verstellbare Möbel, damit unterschiedliche Personen denselben Platz nutzen können.

Bürostühle technisch an Körpermaße anpassen

Ein Bürostuhl muss sich an verschiedene Körpergrößen anpassen lassen. Die Sitzhöhe wird so eingestellt, dass die Füße vollständig auf dem Boden stehen können und die Beine nicht durch eine zu hohe Sitzfläche belastet werden. Eine verstellbare Sitztiefe ermöglicht es, den Abstand zwischen Sitzvorderkante und Kniekehle an die Oberschenkellänge anzupassen.

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Die Rückenlehne sollte den Rücken über einen ausreichend großen Bereich abstützen. Eine Lordosenstütze bezeichnet die Unterstützung im Bereich der nach innen gewölbten Lendenwirbelsäule. Höhenverstellbare Armlehnen können die Unterarme aufnehmen, ohne die Schultern anzuheben. Eine bewegliche Rückenlehne erlaubt Veränderungen der Sitzhaltung und hält den Oberkörper nicht über lange Zeit in derselben Position.

Einfache Bürodrehstühle verfügen meist über weniger Einstellmöglichkeiten als Modelle mit verstellbarer Sitztiefe, Lordosenstütze und Armlehnen. Arbeitsstühle für besondere Einsatzbereiche können sich zusätzlich bei Sitzfläche, Mechanik oder Bezugsmaterial unterscheiden. Netzrücken ermöglichen eine andere Luftzirkulation als gepolsterte Rückenlehnen, während Stoff- oder Kunstlederbezüge unterschiedliche Anforderungen an Reinigung und Nutzung erfüllen.

Tischhöhe, Bildschirmposition und Beleuchtung abstimmen 

Höhenverstellbare Schreibtische lassen sich an verschiedene Körpermaße und an sitzende oder stehende Arbeitsphasen anpassen. Für die Bildschirmposition reicht die Tischhöhe allein jedoch nicht aus. Monitorarme oder höhenverstellbare Bildschirme erlauben eine getrennte Anpassung von Blickhöhe und Abstand.

Tageslicht sollte bei der Anordnung der Arbeitsplätze berücksichtigt werden, weil ungünstige Bildschirmpositionen Blendung und starke Helligkeitsunterschiede im Blickfeld verursachen können. Ergänzende Leuchten müssen Arbeitsflächen ausreichend ausleuchten, ohne Spiegelungen auf Monitoren zu erzeugen. Fensterlage, Arbeitsplatzposition und künstliche Beleuchtung sollten deshalb bereits bei der Anordnung der Arbeitsplätze berücksichtigt werden. 

Akustik nach Nutzung der Räume auslegen

Gespräche, Telefonate und Videokonferenzen erhöhen in offenen Bürobereichen den Anteil von Sprache im Raum. Harte Oberflächen wie Glas, Beton oder große glatte Wandflächen können Schall stärker reflektieren. Wogegen akustisch wirksame Deckenflächen, Wandabsorber und Trennelemente die Schallausbreitung innerhalb eines Raumes verringern können.

Solche Maßnahmen ersetzen jedoch keine räumliche Trennung, wenn vertrauliche Gespräche oder längere Telefonate stattfinden. Rückzugsräume und akustische Maßnahmen erfüllen deshalb verschiedene Aufgaben. Umfang und Position der akustischen Elemente richten sich unter anderem nach Raumgröße, Oberflächen und der vorgesehenen Nutzung. 

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Technische Ausstattung hybrider Besprechungsräume 

Hybride Zusammenarbeit benötigt technische Anschlüsse an Arbeitsplätzen und in Besprechungsräumen. Stromversorgung, Netzwerkzugang, Dockingstationen und externe Monitore sollten so angeordnet sein, dass wechselnde Nutzer ohne umfangreichen Umbau arbeiten können.

In Besprechungsräumen müssen Kamera, Mikrofon und Lautsprecher zur Raumgröße und Sitzordnung passen. Eine Kamera mit ungeeignetem Blickwinkel kann Personen außerhalb des Bildes lassen, während ein zu weit entferntes Mikrofon Sprache schlecht erfasst. Technische Komponenten werden deshalb bereits zusammen mit Raumgröße, Möblierung und Sitzpositionen geplant.

Fazit

Ein Büro für hybride und wechselnde Arbeitsformen entsteht aus der Analyse der tatsächlichen Tätigkeiten. Das Bürokonzept beschreibt die benötigten Arbeitsformen, die Büroplanung ordnet sie im Grundriss an und die Büroausstattung ergänzt passende Möbel und Technik. Diese drei Ebenen sollten nicht miteinander vermischt werden.

Desksharing, Rückzugsbereiche, Besprechungsräume und offene Arbeitszonen benötigen jeweils eigene Planungsgrundlagen. Ergonomische Verstellmöglichkeiten, Licht, Akustik und technische Anschlüsse lassen sich anschließend konkret auf die jeweilige Nutzung abstimmen. Welche Flächen und Ausstattungsmerkmale benötigt werden, lässt sich deshalb nur anhand von Tätigkeiten, Belegung und räumlichen Gegebenheiten bestimmen. 

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